Radschnellverbindung Fürth-Erlangen

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June 21, 2026

Gutachten zu einer Radschnellverbindung Fürth-Erlangen

In der Sitzung des Bau- und Werkausschusses vom 20.05.2026 wurde die Machbarkeitsstudie zur geplanten Radschnellverbindung zwischen Fürth und Erlangen vorgestellt. Im Ergebnis wird ab Fürth die Erlanger Straße/Stadelner Hauptstraße bis zur ER 5 am besten bewertet, danach eine Trasse entlang der Bahn. Die beiden Trassen sollen über einen bereits geplanten Radweg südlich der ER 5 miteinander verknüpft werden. In Abstimmung mit der Stadt Fürth wurde aber der Regnitzradweg zur Vorzugsvariante erklärt, laut Gutachten aufgrund der Führung durchs Grün, laut Aussagen im BWA aber eher aus Angst vor den Reaktionen der Autofahrern. Die Kanaltrasse (Metropol Radweg) wird in dem Bereich mit Abstand am schlechtesten bewertet, wegen der schlechten Erreichbarkeit gibt es auch keine Wechselmöglichkeiten zwischen den Routen.

Reaktionen

Sowohl der Bund Naturschutz als auch der ADFC Fürth lehnen die Vorzugsvariante aus dem Gutachten aus unterschiedlichen Gründen ab. In einem Artikel der Fürther Nachrichten vom 9. Juni 2026 ist zu lesen, dass unser Fürther OB Jung ein “Machtwort” gesprochen hat, dass die Vorzugsvariante aus dem Gutachten von Seiten der Stadt Fürth nicht weiterverfolgt wird. Stattdessen soll jetzt prioritär an einem Radschnellweg entlang des Kanals gearbeitet werden, auch bekannt als Metropol Radweg. Für OB Jung hätte das natürlich einige Vorteile:

  • Die Auto-Lobby ist zufrieden, da das keine Einschränkungen für Autofahrer bedeutet, vor allem im Wegfall einzelner Parkplätze.
  • Kein Ärger mit Naturschützern wegen Eingriffe ins Grün.
  • Und Söder bezahlt den Metropol Radweg über das Land Bayern, kaum Kosten für die Stadt Fürth.

Von allen Varianten dürfte es auch die sein, die als erstes fertig werden könnte.

Aber: Die Trasse hat im Gutachten am schlechtesten abgeschnitten!

Was bedeutet das für Fahrradfahrer?

  • Die Trasse ist aus den Ortsteilen schlecht erreichbar. Laut Metropolradweg-Planungsunterlagen wird das auch so bleiben, es sind keine zusätzlichen Brücken geplant.
  • Die Trasse ist fast 40% länger, für Pendler ist das deutlich zu viel.
  • Teile der Trasse dürfen nicht asphaltiert werden, es wird dort wohl bei Sand und Kies bleiben:
    • In heißen, trockenen Sommern sind Pendler recht schnell mit Steinstaub bedeckt.
    • Bei Regen sind sie mit Dreck vollgespritzt.
    • Bei Schnee kann der Weg nicht geräumt werden. Man stelle sich mal vor, der Frankenschnellweg würde bei Schnee nicht geräumt…

Kurz: ein Fahrradschnellweg entlang des Europakanals hat für die Politik viele Vorteile, weil sie sich mit niemandem “anlegen” muss, für Radfahrende hat die Lösung aber nur Nachteile und würde deswegen wahrscheinlich nicht genutzt.

Alternativen

Kanalroute (Cyan)

Diese Route ist auf der Karte in Cyan eingezeichnet. Die Kanalroute (Metropol Radweg) hat viele Probleme, siehe oben. Sie ist fast 40% länger, schlecht erreichbar und auch die Oberfläche soll nicht durchgängig asphaltiert werden.

Bestbewertete Route (Grün)

Die im Gutachten eigentlich bestbewertete Route. Hat auch so seine Probleme, wo genau soll der Weg durch Stadeln und weiter nach Mannhof geführt werden? Auch der Anfang ab Ludwigbrücke wird schwierig. Die Route muss noch abgefahren werden, um die Problemstellen genau auflisten zu können.

Aktuelle Route (Blau)

Diese Route ist auf der unteren Karte Blau eingezeichnet. Das ist meine aktuell bevorzugte Route, wenn ich zu einem Termin nach Erlangen muss. Die Route führt entlang der Regnitz, Stadelner Hauptstraße, Eltersdorfer Straße über die A3 und über Fahrradstraßen nach Erlangen rein. Die Strecke ist 16,7 km lang.

Probleme:

  • Regnitzradweg: Da ich außerhalb der Pendlerzeiten radle, komme ich hier meistens zügig voran. Bei gutem Wetter in den Ferien ist es aber sehr voll und entsprechend wird man ausgebremst.
  • Stadelner Hauptstraße: Zwischen Stadeln und der Kreuzung Annastraße am Ende von Mannhof ist diese Strecke auf ca. 1,5km ein Gehweg mit “Rad frei”. Radfahrer müssen hier eigentlich mit Schrittgeschwindigkeit fahren! Das geht gar nicht. Ich sehe hier immer viele Radfahrer, aber nie Fußgänger.
  • Brücke über die A3: Diese neue Brücke wurde ohne Radinfrastruktur gebaut. Der Gehweg (Rad frei) ist viel zu schmal.

Bahn Route (Rot)

Diese Bahnroute ist nicht zu verwechseln mit der Bahnroute aus dem Gutachten. Zwischen Fürther Freizeit und dem Fürther Hbf habe ich jetzt mal die geplante neue Brücke am Heinrich-Schliemann-Gymnasium genommen, die Frage aber: wo wollen eigentlich die meisten Leute von hier hin? Deswegen würde ich zur Weiterverteilung ab hier den Pegnitz Radweg nehmen, so wie er ist.
Von der Fürther Freizeit geht es durch die alte Reutstraße, da es hier im Gegensatz zur Mauerstraße bereits eine Ampelanlage gibt. Bis zur Bahnlinie gilt für die Erlanger Str. das gleiche wie für alle anderen Varianten, die hier entlang führen.
Dann geht es östlich der Bahnlinie entlang. Genaue Details hängen leider davon ab, wo die DB InfraGO das S-Bahn Gleis bauen wird: entlang der Bestandsstrecke oder als Verschwenk. Bei Aufgabe der Bahnübergänge wird die Stadt Fürth eine verlängerte Umgehungsstraße für Herboldshof bauen müssen, die dann gleich mit entsprechender Radinfrastruktur ausgestattet werden könnte. Weiter geht es durch Kleingründlach nach Eltersdorf über zum größten Teil bestehenden Wegen, die teilweise auch schon asphaltiert sind. Nur am Anfang müsste hier ein komplett neues Stück gebaut werden, um den bestehenden großen Schlenker zu vermeiden. Ab Eltersdorf geht es dann auf der bestbewerteten Route weiter nach Erlangen rein.
Hier müßten die Erlanger Pläne für Radschnellwege und Radvorrantrouten noch genauer betrachtet werden, was die beste Route wäre.

Das größte Problem mit dieser Route ist: sie hängt von der Entscheidung der DB InfraGO und dem Bau des S-Bahn-Gleises ab. Eine wirklich belastbare Entscheidung wird erst in zwei Jahren erwartet, bis der Bau beginnt: das kann noch Jahrzehnte dauern.

Karte mit GPX Tracks möglicher Strecken